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Stadt Pinneberg: Stärker als Gewalt

Das Bündnis zur Umsetzung der Istanbul-Konvention im Kreis Pinneberg legt den 1. Jahresbericht vor. Mitautorinnen sind Deborah Azzab-Robinson und Katharina Kegel, Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte der Stadt Pinneberg.

Die Autorinnen des 1. Jahresberichts zur Umsetzung der Istanbul-Konvention im Kreis Pinneberg

„Der Bericht zeigt Schritte zur Bekämpfung von häuslicher und sexualisierter Gewalt vor Ort auf und weist auf bestehende Bedarfe für Prävention und Schutz hin“, erläutert Azzab-Robinson.

Grundlage hierfür sind Zahlen, Daten, Fakten im Kreis rund um häusliche und sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Männer. “Die Ergebnisse verdeutlichen die Wichtigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit von staatlichen und nichtstaatlichen Stellen”, sagt Kegel.

Der Bericht weist auf bereits Erreichtes hin, benennt aber auch die Lücken in unserem Hilfesystem und richtet sich vor allem an diejenigen, die Entscheidungen im Bereich gegen Gewalt an Frauen und Kindern und gegen häusliche Gewalt treffen.  

„So hat die Politik in Pinneberg klare Zeichen gegen die Gewalt an Frauen gesetzt: die Finanzierung der Frauenberatung wurde wesentlich verbessert und es gibt ein grünes Licht für den Neubau des Frauenhauses in der Stadt. Die Vorgaben der Istanbul- Konvention haben hierfür eine unverzichtbare Grundlage geschaffen“, stellt Azzab-Robinson fest.  

Das Landesaufnahmeprogramm 500 von Schleswig-Holstein will 500 geflüchteten Menschen, insbesondere vulnerablen Frauen mit Kindern, die Einreise ermöglichen. Die geflüchteten Menschen, die über das Programm nach Deutschland kommen, haben bereits eine Bleibeperspektive. „Die betroffenen Frauen und Kinder haben eine besonders traumatisch belastete Flucht hinter sich,“ so Kegel. Durch ein interdisziplinäres Netzwerk mit der DiaKoMigra und den Frauenberatungsstellen werden die Ankommenden in den Kommun begleitet. Ziel ist, bedarfsgerechte Hilfs- und Unterstützungsangebote zu schaffen um ein neues Leben in Schleswig-Holstein aufzubauen.

Das Bündnis hat sich im Jahr 2020 während eines kreisweiten Fachtags zur Istanbul-Konvention (IK) gegründet. Die IK ist ein völkerrechtlich bindender Menschenrechtsvertrag zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt mit Auswirkungen bis in den Kreis Pinneberg hinein. Neben kommunalen Gleichstellungsbeauftragten sind die KIK-Koordinatorin des Kreises und der Bereich Integration vertreten. Zukünftig wird das Bündnis einen jährlichen Bericht zur Umsetzung der Istanbul-Konvention vorlegen.

Ideen, Anregungen und Impulse für die Bekämpfung von häuslicher und sexualisierter Gewalt gegen Frauen nimmt das Bündnis gern entgegen. Ansprechpartnerin für die Stadt Pinneberg ist die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt unter azzab-robinson@stadtverwaltung.pinneberg.de.

Der Bericht ist auf der Seite der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Pinneberg abrufbar.

Bündnis zur Umsetzung der Istanbul-Konvention im Kreis Pinneberg:
Deborah Azzab-Robinson (Gleichstellungsbeauftragte, Stadt Pinneberg),
Heidi Basting (Gleichstellungsbeauftragte, Stadt Elmshorn),
Tinka Frahm (Gleichstellungsbeauftragte, Kreis Pinneberg),
Yvette Karro (KIK-Koordinatorin: KIK = Kooperations- und Interventionskonzept),
Katharina Kegel (Integrationsbeauftragte, Stadt Pinneberg),
Eline Joosten (Gleichstellungsbeauftragte, Stadt Uetersen).